J-Pop Culture - Jpop Kultur

Die J-Pop Culture (ausgeschrieben: „Japanese Populare Culture“, zu Deutsch.: „Japanische Populäre Kultur“) ist ein weit gedehnter Begriff für eine Kultur, die in seiner Form erst seit kurzer Zeit existiert.

Diese kuriose neue japanische Pop-Kultur zeigt sich überall, ob in Medien, Musik, Fashion oder auch in der täglichen Ausdrucksweise. Aber was genau ist dieses aus Japan kommende Phänomen?

 

Die Ursprünge der J-Pop Kultur – Das Comeback nach einer Krise

Um zu verstehen, was „J-Pop“ ist, müssen wir uns erst einmal anschauen, wie diese Kultur zustande gekommen ist.

Kurz nach dem 2. Weltkrieg, als Japan in einer ökonomischen Krise steckte, überlegte die Regierung sich, wie man das Japan der Außenwelt präsentieren und verkaufen könnte.

Die Antwort darauf waren Kommunikations- und Unterhaltungsmedien.

Japan - Ursprünge der Jpop culture

Man exportierte kulturell ansprechende Produkte in den Westen, unter anderem Anime, Manga, Serien und Filme, Musik, sowie Fashion-Styles.

Vor allem durch Deutschland als Einstiegsland gelang es Japan besagte Produkte auch einfach nach Europa zu exportieren.

So entstand das heutige Bild von Japan in der westlichen Welt, das eines sehr weit entwickelten und futuristischen Landes.

Wie man heute gut sehen kann, hat sich Japan zu dem entwickelt, wie es sich einst zeigen wollte.

Japan ist heute das Land, das in Sachen Trends um mindestens 2 Generationen voraus ist. Diese Trends von damals bis heute können als J-Pop-Kultur angesehen werden.

 

Otaku-Kultur – Was genau heißt das eigentlich?

Die Otaku-Kultur zählt zu einem Bereich der J-Pop Kultur. Der Begriff „Otaku“ kann ins Deutsche mit „Haus“ oder auch „Wohnung“ übersetzt werden.

Otakus sind Menschen, die sich ihrer Leidenschaft hingeben und quasi Ihr Leben dieser Leidenschaft widmen.

Jpop - Otaku Cosplay

Die Themen, für die sich Otakus interessieren, sind dabei weitaus mehr als Anime, Manga und Videospiele.

So gibt es auch Otakus, die sich explizit für Themen wie etwa Fußball, Militär, Fitness oder Geschichte interessieren.

Jpop Kultur - Otakus: Anime und Manga

In Japan wurde der Begriff „Otaku“ noch bis vor kurzem mit sehr negativen Aspekten verbunden, ähnlich wie dem stereotypischen Bild von einem Nerd oder Geek hier im Westen nur noch negativer.

„Otaku“ wurde zudem als eine sehr distanzierte Anrede benutzt. Heutzutage hat die Otaku-Kultur in Japan jedoch einen neutralen Ruf und einen festen Platz im Land, durch z. B. Akihabara.

Akihabara - Das Herz der Jpop Kultur Culture

Im Westen hingegen sind Otakus als Nerds der Anime- und Manga-Welt bekannt und bezeichnen sich meist nur selbst als Otaku, da der Begriff im Westen nicht allgegenwärtig ist.

Jpop - Otaku Cosplay 2

Die Kultur an sich bezeichnet vor allem Aspekt der Vorliebe zum Sammeln, da Otakus bereit dazu sind viel Geld für ihre liebsten Leidenschaften auszugeben und sammeln zum Beispiel Figuren oder anderen Merchandise aus Anime und Manga.

 

Geinōkai – Das Showbusiness mal ganz anders

„Geinōkai“ bedeutet auf Deutsch so viel wie „Die Welt des Showbusiness“ und beschreibt die für den Westen eher seltsame Kultur der TV-Shows, der Filme und auch der Internetshows in Japan.

Die verschiedenen Schauspieler, Musiker, Moderatoren, etc., die wir im Westen auch kennen, zählen eben zu der Geinōkai.

Aber auch Leute, die im Fernseher öfter zu sehen sind und nicht einer dieser Kategorien zugeordnet werden können, sind durch zum Beispiel vielen Game-Shows sind sehr bekannt und haben auch ihre eigene Bezeichnung.

Man nennt sie „Tarentos“, was sich vom englischen „Talents“ ableitet und auf Deutsch so viel wie „Talente“ bedeutet. Tarentos haben, ebenso wie Schauspieler und Musiker, Fans bzw. Fan-Clubs.

 

Die Keitai-Kultur – Das Land, das Smartphones erfand

„Keitai“ oder auch „Keitai denwa“ bedeuten auf Deutsch „Handy“ oder „Mobiles Telefon“ und, vor allem Keitai, werden oft benutzt, um die extreme Handynutzung oder auch gar Sucht nach Handys in Japan zu beschreiben.

Keitai-Kultur - Jpop

Der japanische Videospielmarkt hängt sehr vom Mobiltelefonmarkt ab und das nicht ohne Grund, denn die meisten Japaner spielen Videospiele nicht auf Konsolen oder auf dem PC, sondern auf ihrem Smartphone.

 

Das hat auch seinen Grund. Ende der 90er Jahre war Japan der führende Hersteller von Handys.

Als wir noch Snake auf einem Klapphandy von Nokia gespielt haben, konnten die meisten Handys aus Japan schon zum Beispiel Instant Messaging, Emojis, Bildbearbeitung, Videoanrufe, Musik und Videos abspielen oder auf das Internet zugreifen, ohne dass die Mobilfunkrechnung im Internet schnell dreistellig wurde.

 

Die Wunder eines weitreichenden Musikgenres

J-Pop kennen die Meisten wahrscheinlich als Musikgenre. J-Pop und J-Rock sind dabei die bekanntesten Musikrichtungen aus dem japanischen Musikmarkt.

Zu J-Pop zählen viele Anime-Opening, wie zum Beispiel das erste Opening von „AKB0048“ „Kibou ni Tsuite – von AKB48“ oder auch „PONPONPON – von Kyary Pamyu Pamyu“.

Aber es gibt auch eine Vielzahl an Anime-Opening aus dem J-Rock Genre, wie zum Beispiel das erste Opening von „Naruto Shippuden“ „Hero’s Come Back!! – von nobodyknows+“.

Dadurch, dass diese Genres auch eine hohe Beliebtheit haben, formte sich auch das Genre „Pop Rock“, welches man im Westen eher seltener bis fast gar nicht zu hören bekommt.

Gute Beispiele für Pop Rock wären die Band Myth & Roid, welche man zum Beispiel vom Ending von Re:Zero oder Opening Saga of Tanya the Evil.

Ein Genre aus der J-Pop Kultur, das seit der erzwungenen Empfehlung Youtubes des Liedes „Plastic Love – von Mariya Takeuchi“ sich großer Beliebtheit erfreut, ist der City-Pop.

Lieder wie das eben genannte „Plastic Love“ oder auch „Stay with me – von Miki Matsubara“ tauchen oft in Youtube Playlists auf, die sich spezifisch auf das Genre City-Pop fokussieren.

Diese eben genannten „Playlist-Videos“ (also Videolisten, die manchmal für mehrere Stunden Lieder abspielen) sind auch in den letzten Jahren wirklich groß geworden.

Vor allem im Genre City-Pop, da es nur wenig Lieder des City-Pop-Genres auf beliebten Apps wie Spotify oder Apple Music gibt.

Das musikalische Spektrum in der J-Pop-Kultur reicht von sehr kreativ und verspielt bis zu experimentell.

 

Japanische Idols – Ein Segen aus der Musik

Wenn man über Musik und Japan redet, dann kann man „Idols“ nur schwer nicht miteinbinden.

In der J-Pop-Kultur sind Idols oder auch ganze Idol Gruppen stark verankert und seit sehr langer Zeit ein wichtiger Bestandteil.

Japanisches Idol
© WDR

Ein sehr bekanntes Beispiel für eine Idol-Gruppe wäre die bereits angesprochene Gruppe „AKB48“, welche nicht nur für Anime Openings und Endings gesungen hat, sondern auch einen für sich gewidmeten Anime bekommen hat.

„AKB0048“ heißt dieser Anime und ist wirklich sehr empfehlenswert. Die Besetzung solcher Idol-Gruppen bleiben in der Regel nicht lange gleich, denn es werden immer neue Mitglieder gecastet und somit ältere Mitglieder ersetzt.

Jpop - Japanische Idols - Figur

Was zum einen wirklich schade ist, wenn man ein großer Fan einer bestimmten Komposition ist.

Jedoch kann eine Neuanordnung einer solchen Gruppe frischen Wind und neue Anreize geben, sowie potenziell neue Fans an sich binden. Wie schon zuvor erwähnt gibt es aber auch Idols, die allein auftreten.

Ein sehr populäres Beispiel wäre „Kyary Pyamu Pyamu“, die wahrscheinlich sehr viele durch ihr Lied „PONPONPON“ und dessen Musikvideo kennen.

 

Die Fashion – Moderne und Tradition vereint im Look

Mode in der J-Pop-Kultur kann für Außenstehende, die nichts mit dieser Kultur zu tun haben, für „verrückt“ oder auch „zu viel“ gehalten werden.

Die Fashion-Szene der J-Pop Kultur besteht oft aus einem guten Mix aus traditionellen und modernen Teilen bei Kleidungsstücken.

jpop - Fashion

Dies kann man bei der japanischen Street-Fashion gut erkennen. Meist geprägt von westlichen Konzepten und ausgearbeitet bis ins Extreme, kann man diese Styles als sehr experimentell bezeichnen.

Ein sehr bekannter Style der japanischen Street-Fashion ist wohl der Style der Lolita.

Lange und weite Röcke, Overknee-Socken, langärmlige Tops mit einem Vorbild des Viktorianischen Stils und zum Abschluss noch die klassischen Mary Jane Schuhe.

Fast wie eine Puppe bekleidet, ist dieser Stil in den Augen vieler nicht gerade alltagstauglich.

Das war nur ein allgemeines Bild des Lolita-Stils, denn es gibt noch mehrere verschiedene Unterkategorien, wie zum Beispiel die Gothic oder Sweet Lolita.

 

Kawaii – An Niedlichkeit kaum zu übertreffen?

„Kawaii“ kann man im Deutschen mit „Süß“ übersetzen. In der J-Pop-Kultur wird sehr viel verniedlicht, von der Sprache bis hin zur Kleidung, wie zum Beispiel bei der Sweet Lolita, oder auch Maskottchen.

Letzteres ist in Japan sogar sehr extrem, so hat die japanische Polizei zum Beispiel Pipo-kun, einen orangen Elfen mit Hasenohren und Antenne auf dem Kopf, oder auch das Maskottchen, das jeder auf dieser Welt wohl kennt, Pikachu, welches an sich eine verniedlichte „Elektro-Maus“ (siehe Pokedex-Einträge) ist.

Diese Verniedlichung merkt man aber auch in der Sprache der Menschen, denn oftmals benutzt man Wörter wie „Kawaii“ oder „Baka“ in einer stark verniedlichten Stimmlage oder benutzt nicht die typisch benutzten Emojis, sondern Emoticons wie zum Beispiel dieses hier: „(✿ ♡‿♡)“.

 

Fazit

Im Großen und Ganzen ist die J-Pop-Kultur sehr experimentell und meist extrem, wodurch diese spannende Kultur jedoch wirklich sehr faszinierend und wirklich mehr wert ist, als nur einen kurzen Blick darauf zu werfen.

Wir lieben viele Looks und Lieder aus der J-Pop Kultur und werden diese weiterhin mit großem Interesse verfolgen, denn wirklich vorhersehen, wie sich diese entwickelt kann wohl wirklich niemand, was das ganze umso aufregender macht.

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Ich bin Chris und seit langer Zeit bei den Themen Japan, Anime, Manga, Webtoons und Video Games dabei. Damals angefangen mit dem RTL II Nachmittagsprogramm, Pokito und der Playstation 1 fesselt es mich bis heute.

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